Kampf gegen SMS-Niedergang

Netzbetreiber stellen neuen Messenger-Dienst RCS-e vor

Die drei Mobilfunknetzbetreiber Telekom, Vodafone und O2 wollen im Frühjahr 2012 den Mobilfunknachrichtendienst Rich Communication Suite-enhanced (RCS-e) in Deutschland starten. Über RCS-e sollen neben Nachrichten auch Dateien und Videos verschickt werden können.

Mit dem neuen Dienst wollen die Provider den Niedergang des SMS-Geschäfts stoppen, dessen Ursprung sie vor allem in meist kostenlosen (oder äußerst kostengünstigen) Messenger-Diensten wie Whatsapp sehen. Der Umsatz mit den 140 Zeichen langen Kurznachrichten sank zwischen 2006 und 2011 von 3,8 Milliarden auf 2,8 Milliarden Euro.

RCS-e wurde vom Branchenverbands GSMA entwickelt und den Vorteil haben, dass der Nutzer sich keine Gedanken machen muss, welche seiner Kontakte welchen Messenger-Dienst in welchem Provider-Netz nutzen. RCS-e soll stattdessen als Teil des Mobiltelefons ins Adressbuch implementiert werden und anzeigen, welchen Dienst der Empfänger gerade unterstützt - beispielsweise, ob er sich in einem Netz mit ausreichend Datenbandbreite befindet, um Live-Videos zu empfangen. Dafür wäre eine stabile UMTS-Verbindung Voraussetzung. Wer sich genauer über RCS-e informieren möchte, findet hier die konkreten GSMA-Spezifikationen.

Was RCS-e den Kunden kosten könnte wurde nicht angekündigt. Darüber hinaus hat der Dienst noch einen großen Haken: Man muss sich doch weiter Gedanken machen, mit wem man kommunizieren möchte, denn E-Plus macht laut Angaben des Fokus derzeit bei dem Dienst noch nicht mit.

Christoph Ebert

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