Auf dem Prüfstand
iPhone 4S und Siri im Test
Technische Daten
Display: 3,5" IPS TFT LCD
CPU: 800 MHz Dual-Core Apple A5
Kamera: 8 MP; Blende f/2.4
Frontkamera: VGA
Speicher: 16 GB, 32 GB oder 64 GB
RAM: 512 MB
Konnektivität: Wi-Fi (802.11 b/g/n); Quadband
GSM und Dualband CDMA
Größe: 11,5 cm x 5,9 cm x 0,9 cm
Gewicht: 140 g
OS: iOS 5.0
Als Apple das iPhone 4S der Öffentlichkeit präsentierte, dürften einige Apple-Enthusiasten enttäuscht gewesen sein. Auf den ersten Blick handelt es sich beim iPhone 4S um ein exaktes Ebenbild des Vorgängers. Wir haben den Neuling genau unter die Lupe genommen, die Unterschiede analysiert und geprüft, was die Spracherkennung/-steuerung Siri wirklich kann.
Es ist ein Zwilling
Der Look des neuen iPhone 4S ist identisch zum iPhone 4. Wäre nicht am Gehäuse die Kerbe der Antenne an einer anderen Stelle, ließe sich der Neuling äußerlich nicht vom Vorgängermodell unterscheiden. Daher aufgepasst: Wenn Sie sich in Gesellschaft von Freunden befinden, die eine iPhone 4 besitzen, besteht hohe Verwechslungsgefahr.
Aber auch wenn Design und Look jetzt 16 Monate gleichgeblieben sind, ist das iPhone 4S noch immer eines der optisch ansprechendsten Smartphones. Dennoch wäre zum Beispiel ein zusätzlicher Schriftzug mit einem „S“ auf der Rückseite eine Möglichkeit gewesen, um die Unterscheidung zum Vorgänger leichter zu machen.

Auch das Retina-Display, das vor einem Jahr für viel Aufsehen gesorgt hat, ist nach knapp eineinhalb Jahren noch immer eines der besten Handy-Displays. Besonders die Bildschärfe ist sehr beeindruckend. Android-Nutzern dürfte es mit 3,5 Zoll zu klein vorkommen, aber Kunden der Marke mit dem Apfel ist das Format vertraut.
Ein Wolf im Schafspelz
Um die Unterschiede zum Vorgängermodell festzustellen, muss man beim iPhone 4S schon unter die Haube schauen. Dort tuckert eine etwas runtergetaktete A5-Dual-Core-CPU, die auch im iPad 2 ihren Dienst verrichtet. Die zusätzliche Performance ist auch spürbar, das Interface wie auch Anwendungen laufen flüssiger.
Die größte Verbesserung auf Hardware-Seite stellt eindeutig die Kamera dar. Nicht nur, dass sie mit einer Auflösung von 8 Megapixel deutlich vor dem Vorgänger und vielen Android-Konkurrenten liegt, dank einer lichtstarken f/2.4 Blende entstehen jetzt auch bei schlechten Lichtverhältnissen Bilder in hervorragender Qualität. Vor allem die Bildschärfe profitiert von der neuen Technik. Doch das ist nicht alles: Die Kamera lässt sich wahnsinnig schnell auslösen. Um das erste Foto zu schießen, vergeht kaum eine Sekunde, für jedes weitere Bild braucht die Linse gerade einmal eine halbe Sekunde.
Siri enttäuscht vorerst
Der größte „Star“ bei Apple ist seit der Vorstellung des iPhone 4S zweifelsohne Siri. Die Sprachsteuerung soll dem Besitzer als persönliche Assistentin das Leben vereinfachen. Damit das nicht völlig trockenund humorlos geschieht, gaben sich die Entwickler bei Apple viel Mühe zahlreiche Referenzen aus der Popkultur in Siris Antworten zu verstecken. So erhält man auf die Frage nach dem Sinn des Lebens gelegentlich die Antwort „42“ - eine Anspielung auf Douglas Adams’ „Per Anhalter durch die Galaxis“. Auch viele andere Antworten sorgten für Lacher in der Blogosphäre, wie zum Beispiel die Frage „Wo kann ich eine Leiche verstecken“, die Siri mit einem Hinweis auf Sümpfe und Minenschächte beantwortet.
Die meisten dieser Späße lassen sich aber nur bei englischer Spracheinstellung des iPhone realisieren. In Deutschland schauen Hobby-Komiker voerst in die Röhre. Darüber hinaus kann Siri derzeit nur in den USA auf den Standort des Smartphones zugreifen. Was der Grund hierfür ist, bleibt unklar. Schnelle Abhilfe ist nicht in Sichtz: Gerüchten zufolge soll Siri hierzulande nicht vor 2012 auf Standort und Karten zugreifen können.
Wie viel Speicher im iPhone noch frei ist, kann Siri ebenfalls nicht mitteilen. Was jedoch funktioniert, sind Anrufe tätigen, das Speichern von Notizen, Termine festlegen, E-Mails oder SMS verschicken, den Wecker stellen oder nach dem Wetter fragen.

Im englischen Modus läuft Siri eindeutig zuverlässiger als auf Deutsch. Insgesamt sind wir doch sehr enttäuscht, nach dem ganzen Hype um Siri haben wir mehr erwartet. Mit diesen Einschränkungen lässt sich Siri nur begrenzt einsetzen, da muss Apple unbedingt nachbessern. Man merkt einfach, dass das System noch in der Betaphase ist.
Fazit
Auch wenn das iPhone 4S keinerlei optische Neuerungen mit sich bringt, gehört es zu den besten Smartphones, die momentan auf dem Markt sind. Dank zwei Prozessor-Kernen läuft es noch flotter und flüssiger als der Vorgänger und bietet zusammen mit dem Nokia N8 die beste Smartphone-Kamera.
Siri ist für uns derzeit aufgrund der Einschränkungen hierzulande noch eine Enttäuschung. Allerdings deutet die assistierende Sprachsteuerung bereits an, wohin der Usability-Zug 2012 geht. Besitzer eines iPhone 4 müssen nicht unbedingt zugreifen, wer aber noch ein iPhone 3GS hat, sollte mal so langsam über ein „Upgrade“ nachdenken. Ansonsten freuen wir uns schon auf 2012, denn dann stehen mit dem iPhone 5 größere Veränderungen ins Haus.

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