Interview

Mobile Couponing als Marketing-Instrument

André Reif

André  Reif

Gemeinsam mit Fitness First führt MyMobai derzeit eine mobile Couponing-Kampagne durch. Dabei werden über eine App Vorteilsaktionen für Stamm- und Neukunden von Fitness First angeboten. Wir Sprachen mit André Reif, dem Geschäftsführer der MyMobai GmbH über das Geschäft mit mobilen Couponing-Aktionen. 

mobile360: Guten Tag Herr Reif. Welche Vorteile können Unternehmen aus Mobile Couponing ziehen?

André Reif: Wir bieten interessierten Unternehmen ein Netzwerk mit einer momentanen Reichweite von fünf Millionen Nutzern. Über unsere App und das Reichweiten-Netzwerk können unsere Partner Coupons in Umlauf bringen, um Bestandskunden enger zu binden und Neukunden zu gewinnen, also mehr Walk-Ins in die Geschäfte zu generieren und somit Umsätze und Abverkauf von Produkten zu steigern.

Mit Mobile Couponing machen wir Einlösequoten möglich, die um mehr als das Zwanzigfache höher sind als im klassischen Print-Couponing. Gleichzeitig lassen sich mobile Kampagnen mit MyMobai wesentlich kostengünstiger und innerhalb kürzester Zeit realisieren – und viel effizienter steuern. Außerdem erreichen unsere Kunden mit Mobile Couponing eine gänzlich andere, aber umso konsumfreudigere Zielgruppe. Darüber hinaus können Unternehmen unsere Couponing-Lösung auch mittels unserer API in ihre eigene App integrieren, was deren Mehrwert erhöht.

mobile360: Was ist die Zielgruppe von MyMobai?

André Reif: Das sind Internet- und Mobile-affine, junge und junggebliebene Erwachsene zwischen 20 und 45 Jahren mit vergleichsweise hohem Einkommen. Zu dieser Gruppe gehören auch die Digital Natives, Konsumenten, die über klassische Marketinginstrumente und -kanäle nicht mehr zu erreichen sind, sehr wohl aber über mobile Kanäle.

mobile360: Bitte beschreiben Sie die Herausforderung, Coupon-Anbieter und Konsumenten zusammenzubringen.

André Reif: Hier steht man vor vier Herausforderungen. Erstens müssen die angebotenen Coupons natürlich dem Konsumenten einen tatsächlichen Vorteil bringen, das Angebot muss stimmen, sonst wird es nicht genutzt.

Zweitens muss man eine große Anzahl von Konsumenten erreichen können. Da bieten wir ja wie gesagt eine Reichweite von fünf Millionen. Natürlich ist es interessant, noch weitere Kanäle, online oder via Print zu nutzen, um die Aufmerksamkeit weiter zu steigern.

Drittens müssen die Coupons auch tatsächlich im Umfeld des Konsumenten einlösbar sein. Wir realisieren das bei der MyMobai-App durch den intelligenten Einsatz von Location Based Services. Und schließlich ist der Datenschutz ein wichtiges Kriterium. Hier heben wir uns besonders ab, da wir keine persönlichen Daten vom Nutzer verlangen, keine Registrierung – nichts, was ein persönliches Hindernis darstellen würde. Und dennoch können wir Nutzer für weitere Aktionen gezielt wieder ansprechen.

mobile360: Gibt es für Coupon-Anbieter auch Risiken?

André Reif: Prinzipiell schon. Wenn sich Kampagnen nicht nach Umfang und Dauer steuern lassen, kann das für den Anbieter sehr teuer und unangenehm werden. Eventuell kann die Konsumentennachfrage nicht befriedigt werden, weil sich mehr Coupons im Umlauf befinden, als Produkte oder Serviceleistungen angeboten werden können. Oder es steigt durch die exzessive Nutzung von Coupons zwar der Umsatz, aber die Marge stürzt ins Bodenlose. Das lässt sich vermeiden, wenn es Couponing-Dienstleister ihren Kunden ermöglichen, die Kampagnen jederzeit flexibel zu steuern und bei Bedarf auch vorzeitig zu beenden. Unsere Kunden beispielsweise können die Anzahl der Couponeinlösungen genau festlegen und sehen in Echtzeit, wie viele Coupons bereits eingelöst wurden und haben so vollste Kontrolle über ihre Aktionen.

mobile360: Wie unterscheidet sich ihr Geschäftsansatz von anderen Anbietern wie Groupon oder Coupies?

André Reif: Mit Groupon sind wir kaum vergleichbar. Unsere Coupons sind für den Nutzer generell kostenlos. Groupon und Co. hingegen verkaufen Coupons und Rabatte. Das bedeutet für Kunden dieser Anbieter, dass sie für ihre Kampagnen mehr bezahlen müssen, da die Provisionen entsprechend hoch sind, außerdem ist die Provision unabhängig von der Einlösung, also dem Erfolg einer Aktion. Grouponing ist in der aktuellen Berichterstattung außerdem aufgrund der hohen Folgekosten für so manchen Kunden in Verruf geraten. Unsere Kunden zahlen hingegen erst, wenn die Coupons auch genutzt werden.

Durch ein effizientes Tracking können wir unseren Kunden dabei garantieren, dass Coupons tatsächlich nur bei ihnen oder ihren teilnehmenden Filialen vor Ort eingelöst werden können. Das heißt, Kampagnenkosten entstehen auch nur dann, wenn ein Kontakt zum Konsumenten stattfindet. Bei vielen Mitbewerbern sind zudem die Vorlaufzeiten bei der Kampagnenschaltung wesentlich länger, und es besteht die Notwendigkeit, sich als Konsument zu registrieren, was im datenschutzsensiblen deutschen und europäischen Markt natürlich eine gewisse Hemmschwelle aufbaut. Die MyMobai-App können Konsumenten anonym nutzen – Gleiches gilt für die Einlösung der über uns angebotenen Coupons. Und schließlich können wir unseren Kunden durch ein datenschutzrechtlich unbedenkliches Tracking ein effizientes Zielgruppen-Targeting anbieten.

mobile360: Danke für das Gespräch, Herr Reif.

Lukasz Konieczny

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