Harte Zeiten für Provider
Instant Messenger bedrohen die SMS
Die Netzanbieter dürfen sich auf schwerere Zeiten einstellen.
Zumindest mit SMS wird sich auf Dauer weniger Geld verdienen
lassen, angesichts des Aufstiegs des Instant-Messenger (IM) auf
Smartphones.
Mit iMessage
hat Apple kürzlich einen eigenen IM für iOS 5 vorgestellt und auch
Nokia folgt mit einer ähnlichen App. Alle Dienste Nutzen die
Datenverbindung via UMTS oder WLAN um Benachrichtigungen wie in
einem Chat zu übermitteln. Damit wird die SMS zwischen Smartphones
de facto nutzlos – außer es besteht keine Internetverbindung.
Auch Google arbeitet derzeit an einem neuen IM-Dienst, wie das
WSJ berichtet. Mit Google talk gibt es bereits
eine mobile App für den Chat für Inhaber von Gmail-Accounts. Der
neue Dienst soll aber über das Angebot von Google talk hinausgehen
und in direkte Konkurrenz zu iMessage oder dem BlackBerry Messenger
(BBM) treten. Der Nachteil bei iMessage und BBM: Die User können
nur innerhalb der gleichen Software-Plattform miteinander
kommunizieren. Google dürfte hier eine breitere Lösung
anstreben.
Das bringt die Netzbetereiber in den USA allmählich ins Schwitzen,
die bereits ein verlangsamtes Wachstum des SMS-Verkehrs feststellen
mussten. Dabei soll das Kurzmitteilungs-Geschäft sehr attraktiv
sein, da es geringe Kosten und hohe Gewinnmargen bietet. Der
Gewinnanteil bei einer SMS soll bei 80 Prozent liegen, während es
bei Daten- oder Sprachtarifen nur 35 Prozent sind.
IM-Anwendungen wie WhatsApp, die nicht nur auf einer mobilen
Plattform verfügbar sind, haben in den letzen Monaten einen
regelrechten Boom erlebt. So nutzen bereits 85 Prozent der Kunden
von KPN, einem niederländischen Provider, WhatsApp. Letztes Jahr
nutzte dort noch fast niemand diese App. Dennoch will die Deutsche
Telekom weiter an der SMS als etabliertem Kommunikationsweg
festhalten. "Nicht jeder ist ein Technik-Freak und nicht jeder will
diese neuen Applikationen wie WhatsApp installieren", so Rene
Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Telekom.
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