Case Study
Eine App für alle Fälle - Part 2
Nichts für den Massenmarkt
Aufgrund solcher Vorüberlegungen arbeitete das Projektteam unter Federführung von Claudia Ellerberake, Fachberaterin Vertrieb und Marketing bei der Finanz Informatik, ein umfassendes Konzept aus. Marc Czieslick, als Abteilungsleiter S-Infomanagement bei der Finanz Informatik für die Entwicklung webbasierender Informations- und E-Learningplattformen zuständig, verantwortete die technische Konzeption und Realisierung auf Seiten der Finanz Informatik. Ihm war es wichtig, die richtige Mischung aus Mehrwert für die Nutzer und Experimentierfreude beim Ausschöpfen der technischen Möglichkeiten zu finden. „Apps und Mobiles“, erklärte er, „will heute jeder, der mit Kommunikation und Events zu tun hat. Uns war es wichtig, nicht einfach ein‚ ‚me too‘ abzuliefern, sondern ein wirklich mediengerechtes Format zu definieren. Wir wollten mit den neuen technischen Möglichkeiten spielen und auch unsere Nutzer dazu animieren. Zielgerichtete Information und Mehrwert kamen dabei für uns an erster Stelle.“
Während die meisten Apps heute für einen mehr oder weniger breiten Massenmarkt entwickelt werden, ist die Zielgruppe der App der Finanz Informatik verhältnismäßig eng gefasst. Zum FI-Forum wurden 9 000 Besucher erwartet. Längst nicht alle würden die App nutzen, sodass die Gruppe der aktiven Nutzer am Ende wesentlich kleiner ausfallen musste. Perspektivisch sollte die App auch über die Messe hinaus verfügbar sein, sodass weitere potenzielle Nutzer innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe auszumachen waren. Bei der Realisierung konzentrierte sich die Finanz Informatik daher vorerst auf das iPhone, da damit eine Nutzergruppe angesprochen werden konnte, die als besonders experimentierfreudig gilt und eine hohe Affinität zur Nutzung von Apps und mobilen Services hat.
Konzeptionell stand zunächst die Hausmesse im Mittelpunkt. An erster Stelle kamen Funktionen zur individuellen Besuchsplanung in Betracht. Diese sollten durch intelligente Zusatzfunktionen angereichert werden. Auch die Berater der Finanz Informatik sollten die App nutzen und dazu ergänzende Informationen erhalten, um beispielsweise Messebesucher optimal unterstützen zu können. Darüber hinaus sollte die App so angelegt sein, dass im Laufe der Zeit angesichts einer wachsenden Community weitere Funktionen übernommen und etwa eigene Informationsmedien der Finanz Informatik wie die Kundenzeitschrift eingebunden werden konnten.
Professioneller Partner für anspruchsvolles Konzept
Schließlich stellte sich die Frage, ob die Realisierung mit eigenen Ressourcen oder gemeinsam mit einem Partner erfolgen sollte. Marc Czieslick erinnert sich an die Vorüberlegungen: „Wir verfügen zwar über eine umfassende Erfahrung in der Entwicklung und Bereitstellung von Informationsportalen bis hin zum Einsatz von Web-2.0-Elementen. Ein spezielles Know-how für die Erstellung von Apps war jedoch nicht vorhanden. Daher war es folgerichtig, dieses Vorhaben mit einem Partner umsetzen.“ Diesen Partner fand die Finanz Informatik in der in Köln ansässigen GrandCentrix GmbH. Das Unternehmen verfügte über die entsprechende Erfahrung, aber auch Infrastrukturen und Frameworks, die eine zielgerichtete und schnelle Entwicklung und Bereitstellung der App in der geplanten Komplexität ermöglichten. Für CTO Rolf Rottmann war es ein ebenso spannendes wie herausforderndes Projekt. Er erinnert sich an die Konzeptionsphase: „Das Konzept der Finanz Informatik war wohl durchdacht und hatte Hand und Fuß. Für uns brachte es aber auch einige Herausforderungen, insbesondere angesichts des breiten Funktionsumfangs und der komplexen Anforderungen. Dabei machte es natürlich Sinn, alle Funktionalitäten in einer App unterzubringen. Die Aufgabe war aber auch für uns durchaus sportlich. Wir haben die Herausforderung gerne angenommen, und ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen.“
Als Basistechnologie für die Realisierung diente in erster Linie Ruby on Rails. Dazu Ralf Rottmann: „Wir wollten den Nutzern eine native iOS-Gesamterfahrung an der Oberfläche ermöglichen und darüber eine große Menge an Content transportieren. Dazu mussten wir ein schlankes Backend bereithalten, um die App nicht zu überladen. Gleichzeitig mussten wir den Datenverkehr minimieren. Dazu bot uns Ruby on Rails eine gute Grundlage.“
Für Push Notifications stellte GrandCentrix die eigene Push-Technologie „Push me Baby“ inklusive der dazugehörigen Infrastruktur bereit. Nach Live-Schaltung der App übernahm die Finanz Informatik die Contentpflege.
Teile
- Mobile liegt im Trend
- Nichts für den Massenmarkt
- Messeguide

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