Dritte Dimension im Kleinformat

Das 3D-Handy LG P920 Optimus 3D im Test

Das Optimus von LG ist das erste Smartphone seiner Art. Ganz ohne Brille kann man damit die 3D-Welt erleben. „Dein Leben ist 3D“, wirbt der Hersteller. Doch hält LG auch, was es verspricht?

Design

Das Smartphone fällt mit einem 4,3-Zoll-Display recht groß aus, dieses Format entwickelt sich derzeit bei den neuen Android-Smartphones aber zum Standard. Mit einer Dicke von 1,2 Zentimetern wirkt es jedoch sehr klobig und fällt mit 170 Gramm auch nicht gerade leicht aus. Die Konkurrenten von Samsung und HTC wirken da schon filigraner.

Display

Eine spezielle Filterschicht auf dem Display, auch Parallaxensperre genannt, sorgt im 3D-Modus dafür, dass im rechten und im linken Auge unterschiedliche Bilder wahrgenommen werden. Der eigentliche 3D-Effekt wird uns dann von unserem Gehirn vorgegaukelt.

Technische Daten

Display: 4,3" TFT LCD mit 800 x 400 Pixel Auflösung und 3D-Fähigkeit 
CPU: TI OMAP4430 dual-core ARM Cortex-A9 mit 1 GHz
GPU: PowerVR SGX540 
Kamera: Stereokameras mit 5 MP und doppeltem LED-Blitz;
Frontkamera mit 1,3 MP   
RAM: 512 MB
Speicher: 8 GB
Größe: 127 x 66 x 12 mm 
Gewicht: 170 g
OS: Android 2.2

In der Praxis hat das Optimus gut funktioniert. Man muss aber darauf achten, das Gerät möglichst zentriert und mit ausreichend Abstand im Sichtfeld zu halten, um den 3D-Effekt gut erkennen zu können. Im normalen Modus wird beim Optimus, wie bei anderen Smartphones auch, alles in 2D dargestellt. Um auf 3D Inhalte zuzugreifen, wählt man im Menü den sogenannten 3D-Space aus. Hier findet man unter anderem vier vorinstallierte 3D-Spiele: Nova, Let's Golf, Gullivers Reisen und Asphalt 6.

Im Spielmodus kann man den 3D-Effekt über einem links eingeblendeten Bildlauf auf die gewünschte Tiefe anpassen. Je nach Abstand vom Gerät zu den Augen kann das Bild sehr unscharf wirken, sollte man auf die Feinjustierung verzichten. Trotz allem wirkt der Effekt zu aufgesetzt und unecht. Zusätzlich ist der Hintergrund beim Spielen sehr unscharf, was zufolge hat, dass die Augen schon nach wenigen Minuten anfangen zu schmerzen. Beim Gaming in 2D hat man daher nach wie vor mehr Freude.

Als besonderes Highlight lässt sich mit diesem Gerät über YouTube auf 3D-Videos in gestochenscharfer Qualität zugreifen. Ein Astronauten-Clip, den wir in der Redaktion abspielten, wirkte, trotz etwas magerer Qualität, durchaus lebensecht. Auch die Landschaftsaufnahmen, aus dem YouTube-Katalog, wirkten überaus authentisch. Hier hat das LG Optimus wirklich etwas anzubieten.

Kamera

Die beiden Kameras verfügen wie bei den meisten Konkurrenten über 5 Megapixel. Farbtiefe und Schärfe sind vollkommen in Ordnung. Dank dem LED-Licht können die Motive auch unter schlechten Lichtverhältnissen ausgeleuchtet werden. Als besonderes Highlight können Fotos in 3D geschossen werden, weshalb das Gerät auch über zwei Kameras verfügt. Allerdings leidet die Bildqualität etwas darunter.

Videos können in HD-Qualität mit einer satten 1080p-Auflösung aufgezeichnet werden. Die Wiedergabe in 2D überzeugt vollkommen, im 3D-Modus sollte man darauf achten, keine zu weit entfernten Objekte zu filmen, da der 3D-Effekt dadurch weitesgehend verloren geht.  

Akku

Im Stand-by-Betrieb mit vereinzelten Telefonaten und Internetzugriffen hält der Akku schon mal 2 Tage durch. Sollte man allerdings die 3D-Funktionen voll ausnutzen und das Gerät als Spielkonsole verwenden, ist der Akku bereits nach knapp zwei Stunden leer gesaugt.

OS

Als Betriebssystem ist Android 2.2.2 Froyo installiert, ein Update ist auf Android 2.3.5 möglich. Wie die meisten Hersteller von Android-Smartphones passte auch LG das UI des Optimus 3D auf seine eigenen Vorstellungen an. Der Unterschied im Vergleich zu HTC fällt jedoch nicht so gravierend auf. Für Facebook ist auf dem Smartphone eine eigene App von LG im Einsatz, die jedoch nicht über den vollen Funktionsumfang der offiziellen Facebook-App verfügt.

Fazit

Das LG P920 Optimus 3D ist ein nettes Gimmick und die 3D-Funktionen machen wirklich Freude. Man sollte natürlich mit einbeziehen, dass die Technik noch nicht voll ausgereift ist und nicht allzu viel erwarten. Gerade die Augen haben es teilweise noch etwas schwer sich an längere 3D-Events zu gewöhnen. Ansonsten ist das Gerät sehr einfach zu Bedienen, das Betriebssystem läuft weitgehend sauber, hat nur unter Volllast gelegentliche Aussetzer die die Bedienung für kurze Zeit ruckelig werden lässt. Insgesamt hat das Gerät aber überzeugt.

Alternativen

Als mögliche Alternative bietet sich das HTC Evo 3D an. Sollte man sich für den Kauf eines 3D-Smartphones entscheiden, wäre es zu empfehlen es erstmal im Shop für einige Zeit testen, gerade um zu sehen ob die Augen mit den Effekten zurechtkommen. 

André Mengel

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