Anonyme Quelle prangert an
Ex-Manager: "Apple weiß seit vier Jahren von den schlechten Arbeitsbedingungen in China!"
Hochrangige
Management-Angehörige von Apple haben offenbar bereits seit 2008
von menschenverachtenden Arbeitsbedingungen in chinesischen
Fabriken gewusst. Das geht aus einem Artikel der New York Times vom Mittwoch
hervor.
Die Zeitung zitiert eine anonyme "ehemalige Apple-Führungskraft", der ausgesprochen offen über die skrupellose Einstellung des Unternehmens zu den Arbeitskräften der Zulieferfirmen spricht:
Wir wissen seit vier Jahren von den Misständen und sie dauern weiter an. Warum? Weil das System für uns funktioniert. Die Zulieferfirmen würden von einem auf den anderen Tag alles ändern, falls Apple ihnen keine andere Wahl ließe.
Wenn die Hälfte aller iPhones Fehlfunktionen hätten, glauben Sie Apple würde dies vier Jahre akzeptieren?
Der New York Times Artikel folgt im Kielwasser von Meldungen, wonach die Produktion des iPhone 5 in den Fabrikationsstätten von Foxconn in China bereits angelaufen sei. Ferner ist die Rede von bereits im Umaluf befindlichen Prototypen. Laut den Beschreibungen sollen sie ein 4-Zoll-Display von LG und eine symmetrische, nicht gebogene Form haben.
Wegen menschenverachtende Arbeitsbedingungen sah sich Apple-Zulieferer Foxconn bereits ein ums andere Mal heftiger Kritik ausgesetzt. Im Oktober wurde bekannt, dass es bei dem chinesischen Unternehmen zu einer Serie von Selbstmorden unter den Arbeitern gekommen war. Zwischen Januar und August 2010 brachten sich 13 Arbeiter um, indem sie sich von Fabrikdächern stürzten. Sie hatten mehr als zehn Stunden pro Tag gearbeitet und mehr als 100 Überstunden pro Monat geleistet - für umgerechnet ein paar hundert Euro. Klarer Fall von Ausbeutung, so Menschenrechtler. Foxconns Reaktion auf die Selbstmorde: Rund um die Fabrikgebäude ließ man Fangnetze aufspannen.
Im Januar drohten etwa 150 Foxconn-Mitarbeiter mit einem Massenselbstmord, mit dem sie Lohnerhöhungen erzwingen wollten. Angeblich versammelte sich die Belegschaft auf dem Fabrikdach und kündigte an, sich in die Tiefe zu stürzen, sollten die Forderungen nicht erfüllt werden.
Es steht wohl außer Frage, dass sowohl die Produktion des iPhone 5 als auch des iPad 3 den Fertigungs- und Zeitdruck auf die Arbeiter der Zulieferfirmen nicht mindern wird. Deren inakzetable Arbeitsbedingungen könnten sich nochmals verschlechtern.
Der Fairness halbe muss angemerkt werden, dass Apple nicht das einzige Unternehmen ist, dass im Billiglohnland China fertigen lässt. Unterirdische Arbeitsbedingungen wurden auch aus Fabriken berichtet, die für Dell, Hewlett-Packard, IBM, Lenovo, Motorola, Nokia, Sony oder Toshiba produzieren.
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