Im Gespräch

Rezepte für erfolgreiche Apps

Oliver Büscher

Oliver Büscher

Apps sind aus dem Smartphone-Alltag nicht mehr wegzudenken. Auch Startups und mittelständische Unternehmen haben den Wert mobiler Applikationen erkannt und erwägen eine eigene App. Aber was kostet deren Entwicklung und machen sie wirklich bei jedem Unternehmen Sinn?

Appseleration ist ein Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Apps spezialisiert hat. Oliver Büscher ist unter anderem verantwortlich für den Bereich Mittelstand und hat uns Rede und Antwort gestanden:

mobile360: Herr Büschner, was ist Appseleration?

Oliver Büscher: Die Firma Appseleration aus Düsseldorf konzipiert, entwickelt und vermarket mobile Applikationen, kurz auch „Apps“, für alle Plattformen und Smartphone-Modelle getreu ihrem Motto „manage, create & distribute“. Entstanden als Spin-Off der Vodafone D2 GmbH, agiert Appseleration heute weltweit als Kompetenzcenter für Apps in den Kernbereichen mobiler Strategien, Konzeption, Entwicklung, Vermarktung und Consulting. Mit einem Team aus Technik, Vertrieb, Marketing und Projektmanagement hat sich Appseleration innerhalb eines Jahres von 6 auf 30 festangestellte Mitarbeiter vergrößert und inzwischen mehr als 800 Apps für seine Kunden entwickelt.
 
mobile360: Wie wird eine App-Strategie erstellt?

Büscher: Es beginnt immer mit einem ersten Gespräch. Unser Claim „Manage - create -distribute“ hat sehr viel Wahres. Wir betreuen die Kunden von Beginn an. Wir lassen unser Know How mit den Wünschen der Kunden verschmelzen. So wird die erste Idee sowie der Mehrwert der App geboren.

mobile360: Was muss eine erfolgreiche App können?

Büscher: Eine App muss genau der Zielgruppe und dem Mehrwert für den App-Nutzer entsprechen. Bei Apps ist es nicht so wie bei Webseiten, dass man immer noch einen Balkon anbauen kann. Eine App muss immer ein konkretes Bedürfnis erfüllen und drum herum werden weitere Features gebaut.  
Beispiel: Bei Autovermietern findet man auf der Webseite die Punkte, Gebrauchtwagenbörse, Urlaubsversicherung abschließen, und noch viele mehr. Das funktioniert bei einer App nicht. Entweder ich habe eine App, mit der ich unkompliziert innerhalb von 2-4 Clicks ein Auto mieten kann oder ich habe eine App, die mir Gebrauchtwagen anzeigt und ich daraus weitere Dinge tun kann. Beides in einer App ist verschenkte Mühe, da der Nutzer nicht konkret auf ein Bedürfnis angesprochen wird.  


mobile360: Welche ihrer Apps ist bisher die erfolgreichste und warum?

Büscher: Die erfolgreichste App von Appseleration befindet sich im Bereich Self-Care. Es handelt sich um die „MeinVodafone“ App, mit der alle privaten Vodafone Kunden viele Vorteile genießen können.

Schnell und komfortabel sehen Nutzer mit "MeinVodafone" ihre Mobilfunk-Rechnungen ein, informieren sich über Tarife, ändern ihre Kundendaten und mehr. Ob unterwegs oder zuhause.
o Aktuelle Kostenanzeige
o Einsicht in Rechnungen
o Ansehen und Ändern von Kundendaten
o Buchen von Tarifen etc.
o Neuigkeiten bei Vodafone
o Shopfinder mit Karte und GPS-Wegweiser
o Vodafone Forum

Dies ist nicht nur für den Endnutzer eine sehr erfolgreiche App sondern bietet dem Hause Vodafone ebenfalls einen schönen und wirtschaftlichen Mehrwert, da eine hohe Zahl an Kunden Ihr Problem via App gelöst bekommen ohne stets die Hotline dafür zu bemühen.
Eine vergleichbare App mit den selben technischen Möglichkeiten wurde auf dem Markt bislang noch nicht gesehen.

mobile360: Was kostet die günstigste App?

Büscher: Eine App kann von 3.000 bis Ende offen kosten. Je aufwändiger und technisch anspruchsvoller, desto teurer die App. Die meisten Projekte liegen zwischen 5.000 - 20.000 Euro. Das Gute ist, dass man mit einer kleinen App beginnen kann und weitere Features nachträglich bucht und einbauen lässt. So verteilen sich die Kosten und der App-Nutzer bekommt in Abständen etwas Neues dazu, was die App erneut interessant werden lässt. 
Für den Mittelstand hat Appseleration jedoch ein eigens Produkt entwickelt, dass Appsmatic heißt. Mit diesem App-Baukasten bekommt der Kunde die gleiche Qualität wie jede unserer anderen Apps. Hier haben wir bereits über 14 fertige App-Module, die unsere Kunden sich meistens wünschen. Somit bekommt ein Kunde z.B. eine iPhone & Android App für unter Euro 10.000. Dies ist/war bei richtigen nativen Apps bis jetzt noch nicht möglich gewesen. In der Mode würde man Appsmatic wohl mit dem Hugo Boss Anzug von der Stange vergleichen. Gute Qualität, jedoch gibt es Einheitsgrößen. Wenn der Kunde eine ganz individuelle App haben möchte, so ist das auch normal und möglich. Dies ist dann aber der Maßanzug, der somit etwas hochpreisiger ist.  
 
 
mobile360: Was müssen gerade Startup-Unternehmen beachten, wenn sie ein App entwickeln möchten?

Büscher: Startup-Unternehmen sollten sich keine App zulegen, nur um eine App zu haben. Eine App muss für jegliches Unternehmen Sinn machen und stets im Preis-Leistungs-Verhältnis für das jeweilige Unternehmen stehen. Manchmal hilft es bereits wenn man mit einer Kostengünstigen Version 1.0 auf den Markt geht und die App über einen längeren Zeitraum mit weiteren Features bestückt. So muss man nicht auf Qualität verzichten und kann seine Kosten über einen gewissen Zeitraum aufteilen.
 
mobile360: Wie viel Zeit vergeht von der Idee bis zur fertigen App?

Büscher: Nach der Erstellung der Strategie für den jeweiligen Kunden, findet meistens das nächste Gespräch mit einem IT Verantwortlichen statt, damit eventuelle Schnittstellen etc. abgeklärt werden. Wenn wir dies haben, können wir ein sehr genaues Angebot für die App abgeben. Nach Auftragsbestätigung gibt es erste Visualisierungen/Wireframes, die die Architektur der App sowie erste Bilder aufzeigt. Wenn dies erledigt ist, wird es als Leitfaden für die Programmierung genutzt. Nach Fertigstellung durchläuft jede App eine Qualitätskontrolle. Hier wird geschaut, ob alles in der App ist, was der Kunde wünscht und ob die App technisch einwandfrei funktioniert. Danach geht die App an den Kunden zur Endabnahme. Wenn dies abgesegnet ist, wird die App in den jeweiligen App-Store geladen oder für interne Verwendung dem Kunden übergeben.

Dieser Ablauf dauert ungefähr 4 Wochen und kann bis zu einem halben Jahr hin gehen, je nachdem wie aufwendig und technisch kompliziert eine App ist.

mobile360: Herr Büscher, vielen Dank für das Gespräch!
 

Athanassios Danoglidis

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