iPad vs. Android-Tablets

Warum Android-Tablets gescheitert sind – ein Nachruf

Android-Tablets wurden ursprünglich dazu entwickelt, um Apples iPads die Stirn zu bieten – dieses Projekt ist zumindest für 2011 gescheitert. Morgen startet in Las Vegas die CES 2012 - gehen wir ein Jahr zurück - derselbe Ort dieselbe Veranstaltung. Damals wurde Androids Honeycomb neu vorgestellt. Daraufhin verkündeten Motorolla, ASUS und viele andere noch auf der CES, dass sie bald dazu passende Tablets auf den Markt bringen würden. Was zunächst wie eine Kampferklärung an das iPad schien stellte sich aber als große Enttäuschung heraus.

Über die Anstrengungen der Konkurrenz, ein Android-Tablet auf dem Markt zu etablieren, kann Apple bisher nur müde lächeln wie der weltweite Marktanteil des iPads von 88 Prozent unter den Tablets zeigt. Folgende fünf Gründe haben dazu geführt, dass sich die Android-Tablets auf dem Markt nicht durchsetzten konnten:

1. Das Format

Google wollte sich bei Android mit einem eigenen 16x9-Format vom iPad und seinem 4×3-Format abgrenzen. Das erwies sich möglicherweie als Fehler, weil sich das 16x9-Tablet für den User wie ein Laptop-Screen anfühlt, von dem gerade die Tastatur abgefallen ist. Auch scheinen die Tablets gerade im Hochformat einfach nicht gut in der Hand zu liegen. Beim iPad erinnert die Haptik hingegen an das Gefühl einer handlichen Zeitschrift. Diesen groben Schnitzer wird Google auch vorerst nicht beheben können, weil das 16x9-Format für die Android-Software immer noch der Standart ist. Außerdem sind viele Tabs, wie zum Beispiel das Motorola Xoom oder das Samsung Galaxy Tab 10.1, auf das 16×9-Format festgelegt.

2. Unternehmen trauen Android nicht

Google und die Hardware-Hersteller erhofften sich große Absatzzahlen beim Verkauf der Android-Tablets an große Unternehmen. Auftretende Probleme mit Sideload-Anwendungen verschreckten aber viele Unternehmen und die Absatzzahlen für 2011 verraten, dass 96 Prozent aller Tabs die in Unternehmen aktiviert wurden, von Apple kommen.

3. Nicht genügend Apps

So gut Googles Apps für die Tablet-PCs auch sind – es gibt nicht genug. So suchen Nutzer vergeblich nach einer Google Analytics App oder Google Finance App. Damit entsteht bei den Usern das Gefühl, dass die Android-Tablets hauptsächlich auf das Surfen im Internet ausgerichtet sind. Die Zahl spezieller iPad-Apps ist um ein vielfaches höher als bei Android Honeycomb. 

4. Der Preis

Das erste iPad startete mit einem Preis von 499 Dollar und setzte damit für viele Kunden die Meßlatte für einen möglichen Höchstpreis. Als Google und Motorola ihr erstes großes Android-Tablet, das Motorola Xoom, vorstellten, erschien der damalige Preis von 800 Dollar nahezu wie ein Wucher. Mittlerweile reagierten die meisten Hersteller darauf mit niedrigeren Preisen - leider zu spät.  

Fazit

Apple geht als klarer Sieger aus der bisherigen Schlacht um den Tablet-Markt hervor. Wenn sich Google nicht weiter abschlagen lassen will, sollte das Unternehmen aus Mountain View schnell mit neuen Ideen aufwarten, denn das iPad 3 hängt schon wie ein Damoklesschwert über Googles Tablet-Ambitionen.

Via techrepublic

Athanassios Danoglidis

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